Für Menschen, die viel fühlen – und endlich klarer leben wollen.
Warum du ständig unter Strom stehst, obwohl du dich nach Ruhe sehnst.
Kennst du das Gefühl, nie wirklich abschalten zu können? Dein Kopf ist voller Gedanken, Aufgaben, Möglichkeiten. Selbst wenn du dir Zeit für dich nimmst, läuft innerlich ein Programm weiter: „Was muss ich noch erledigen? Habe ich etwas übersehen?“
Diese innere Getriebenheit entsteht nicht aus Schwäche – sondern aus überentwickelter Verantwortung. Sie zeigt sich oft bei Menschen, die viel leisten, Verantwortung übernehmen und sensibel wahrnehmen, was um sie herum geschieht.
Du willst es gut machen – für dich, für andere, für das große Ganze. Doch irgendwann spürst du: Etwas in dir kommt nicht mehr zur Ruhe.
Der psychologische Kern: Sicherheit durch Aktivität
Innere Getriebenheit ist selten Zufall. Sie ist ein unbewusster Versuch, Kontrolle und Sicherheit herzustellen – in einer Welt, die sich unsicher anfühlt. Wenn du viel nachdenkst, planst oder dich bemühst, alles im Griff zu haben, fühlt sich das zunächst stabilisierend an.
Doch unter der Oberfläche läuft ein altes Programm: „Ich bin nur sicher, wenn ich etwas tue.“ Diese Überzeugung entsteht oft dort, wo Leistung und Verantwortung eng mit Anerkennung verknüpft waren. Viele sensible Menschen haben früh gelernt, dass Aufmerksamkeit und Liebe
nicht einfach da sind, sondern verdient werden müssen.
Das führt zu einer subtilen Verknüpfung von Wert und Aktivität: Je mehr du tust, desto „sicherer“ fühlst du dich – kurzfristig. Langfristig aber erschöpft genau dieses Muster dein Nervensystem.
Die Dynamik der inneren Übersteuerung
Getriebenheit zeigt sich auf mehreren Ebenen:
- Gedanklich: Du analysierst, planst, prüfst, kontrollierst. – Emotional: Du spürst latente
Anspannung, Schuld, Druck. - Körperlich: Du merkst Unruhe, Spannung im Brustkorb, flache
Atmung.
Dieses Dauerfeuer entsteht, wenn dein Nervensystem zu lange im Aktivitätsmodus bleibt – also im Zustand erhöhter Wachsamkeit (Sympathikus). Dein Körper glaubt, er müsse ständig reagieren, um sicher zu bleiben.
Das Paradoxe: Je mehr du versuchst, alles zu kontrollieren, desto weniger Kontrolle hast du über dein eigenes Empfinden. Ruhe wird zu einem Ziel, das du „erreichen“ willst – und genau das verhindert sie.
Warum gerade sensible Leistungsträger betroffen sind
Feinfühlige, verantwortungsbewusste Menschen nehmen nicht nur Reize stärker wahr – sie spüren auch Stimmungen, Erwartungen und Spannungen im Umfeld intensiver.
Dadurch entsteht eine Art Dauerwahrnehmungsschleife: Du nimmst wahr, was andere brauchen, was noch getan werden müsste, wo etwas hakt – und reagierst automatisch.
Diese hohe Sensibilität macht dich kompetent und vorausschauend, aber sie sorgt auch dafür, dass du selten echte Leere zulässt. Denn Leere fühlt sich für viele Hochsensible zunächst nicht friedlich, sondern bedrohlich an – wie ein Kontrollverlust.
Das innere Muster: Leistung als Schutzstrategie
Wenn du innerlich getrieben bist, schützt dich dieses Muster meist vor etwas Tieferem: vor Unsicherheit, Ohnmacht oder Zurückweisung. Ständige Aktivität lenkt ab – sie vermittelt Kontrolle.
Das ist kein Fehler, sondern ein altes Schutzsystem deines Gehirns. Es hat gelernt: Tun ist sicherer als Fühlen.
Doch dieser Schutzmechanismus läuft weiter, auch wenn du längst nicht mehr in der Situation bist, die ihn einst notwendig machte. So entsteht das, was viele als „mentales Hamsterrad“ beschreiben – ein Leben im Funktioniermodus.
Wie du den Kreislauf durchbrichst
Bewusstheit statt Bewertung
Beobachte, wann dein Körper in Aktion geht, obwohl kein akuter Anlass besteht. Erkenne: Das ist kein Fehler, sondern ein alter Sicherheitsreflex. Allein dieses Bewusstsein unterbricht den Automatismus.
Pausen als Übung, nicht als Belohnung
Viele Getriebene erlauben sich Ruhe erst, wenn alles erledigt ist – und dieser Moment kommt nie. Übe, Pausen als bewussten Teil deiner Leistungsfähigkeit zu betrachten. Denn Entspannung ist kein Stillstand, sondern Regeneration.
Vertrauen aufbauen
Innere Ruhe entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen – in dich, in das Leben, in deine Kompetenz.
Das beginnt im Kleinen: Wenn du Dinge geschehen lässt, ohne sofort einzugreifen.
Der Körper als Kompass
Achte auf die Signale deines Körpers – sie sind präziser als jeder Gedanke. Wenn du merkst, dass dein Atem flach wird, dein Nacken sich anspannt oder dein Blick enger wird, ist das kein Zufall. Es ist dein Nervensystem, das dich warnt: „Ich bin überfordert.“
Statt noch mehr nachzudenken, richte den Fokus nach innen: atme, bewege dich, geh nach draußen. Ruhe entsteht nicht im Kopf – sie beginnt im Körper.
Hochsensibilität und Getriebenheit – zwei Seiten derselben Medaille
Hochsensible Menschen haben ein feines Radar für Disharmonie, Unstimmigkeit und Unruhe – auch im eigenen Inneren. Deshalb ist es für sie besonders herausfordernd, „einfach nichts“ zu tun. Doch genau diese Sensibilität ist der Schlüssel zur Heilung:
Je feiner du spürst, desto bewusster kannst du unterscheiden, wann du wirklich handeln musst – und wann du einfach sein darfst.
Fazit: Ruhe ist kein Zustand, sondern eine Entscheidung
Innere Getriebenheit ist kein Persönlichkeitsfehler. Sie zeigt, wie sehr du dich bemühst, Kontrolle und Sicherheit herzustellen – oft, um dich selbst zu schützen.
Wenn du herausfinden möchtest, was hinter deiner inneren Getriebenheit wirklich wirkt, kannst du hier den Impostor-Test machen – kurz, fundiert und aufschlussreich. Er zeigt dir, welche unbewussten Muster dich antreiben und wo du ansetzen kannst, um innerlich ruhiger zu werden.
Impostor Syndrom Persönlichkeitstest | Marion Elsinghorst
Marion Elsinghorst
Coachin für hochsensible Menschen
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